Die Makrofotografie hat schon zu analogen Fotozeiten viele Menschen begeistert. Es ist sehr faszinierend wenn man einem Objekt nahe auf die Pelle rückt und dabei Neues entdecken kann.
Mancher Makrofotograf fühlt sich dabei sicherlich wie ein Entdecker wenn er ein Fotoobjekt aus der Nähe betrachtet. Häufig gewinnt man bei Nahaufnahmen ganz neue Erkenntnisse und Wissen über einen alltäglichen Gegenstand oder ein Objekt oder Tier. Erst durch die nähere Betrachtung erscheinen die Details eines Objektes ganz groß. Was man sonst achtlos mißachtet wird plötzlich interessant und macht wohl auch die Faszination der Makrofotografie aus.
Ein weiterer Vorteil von Nahaufnahmen ist, der oft ungewohnte Blick für viele Betrachter. Ran an das Motiv ist sowieso einer meiner favorisierten Fototipps. So kann man oft störendes von einem Motiv trennen oder freistellen. Das Motiv steht im Mittelpunkt. Überflüssiges und störendes lasse ich möglichst weg. Dafür gibt es verschiedene Techniken, welche ich unter den Tipps näher erläutern werde. Bei Nahaufnahmen ist es allerdings meist relativ einfach, ein Motiv halbwegs freizustellen.
Die Makrofotografie ist allerdings auch kein so leicht umzusetzender Fachbereich der Fotografie. Je näher man an ein Fotomotiv herangeht, umso geringer wird die Schärfentiefe. Bei extremen Makroaufnahmen hat man nur noch wenige Millimeter als Schärfebereich. Das erschwert das Fotografieren ungemein. Aber auch solche Hürden kann man mit dem richtigen Fotozubehör oder Aufnahme- und Bearbeitungstechnik meistern.
Die digitale Fototechnik ist da schon eine enorme Erleichterung. Man muss nicht mehr warten bis ein Film entwickelt worden ist. Bei modernen Digitalkameras sieht man das Ergebnis sofort auf dem Display. Kameras mit Live-View zeigen das Motiv sogar schon vor der Aufnahme. So kann man gleich beurteilen ob die Aufnahme ein Treffer sein wird. Falls nicht, kann man bei einigen Motiven gleich wieder einen neuen Versuch machen. Learning by doing. Die Erfolgsquote für Makrofotos ist mit der digitalen Fototechnik wesentlich höher. Dennoch kann es bei schwierigen Motiven eine hohe Ausschußquote geben. Das ist vom Motiv und von der verfügbaren Aufnahmetechnik abhängig.
Fotografisches Grundwissen sind für den Einstieg in die Makrofotografie hilfreich aber kein Muss. Ich werde hier allerdings keine Grundlagen der Fotografie erklören. Dafür gibt es bereits zahlreiche Infoquellen im Internet oder in der Fachliteratur. Der Schwerpunkt auf dieser Homepage ist die Makrofotografie und ihre Eigenheiten.
Inhaltsverzeichnis
Was ist Makrofotografie?
Die DIN 19040 definierte als Makrofotografie den Abbildungsmaßstab zwischen 1:10 und 10:1. Inzwischen wurde diese DIN-Norm durch die EU abgeschafft. Die Objektiv-Hersteller von Makro-Objektiven haben offenbar eine andere Defintion von Makro. Meist kann man mit einem Makro-Objektiv bis zum Abbildungsmaßstab 2:1 oder 1:1 heran gehen.
Für extremere Nahaufnahmen ist dann ein Zwischenring, Balgengerät, Nahlinse, Achromat oder Lupenobjektiv erforderlich. Weitere Infos über Was ist Makrofotografie?
Was sind Nahaufnahmen?
Makroaufnahmen sind auch Nahaufnahmen. Nahaufnahme sind nicht immer Makroaufnahmen. Umgangssprachlich werden Makroaufnahmen meist ab dem Abbildungsmaßstab 1:1 oder noch näher angesehen. Nahaufnahmen werden meist Aufnahmen im Abbildungsmaßstab 1:10 bs 1:1 angenommen. Allerdings hängt diese Einschätzung häufig vom persönlichen Empfinden ab. Zwar gab es eine DIN, welche Makrofoaufnahmen definierte. Daran orientiert sich aber niemand. Für den Berufsfotografen ist es sowieso belanglos was in der DIN steht. Und die meisten Hobby- und Amateurfotografen haben da ihre persönlichen Definitionen. Meine Definition lautet hier: Eine Nahaufnahme ist es wenn man näher an ein Motiv herangeht. Ab Abbildungsmaßstab 1:1 ist es für mich eine Makroaufnahme.
Fototechnik für Nahaufnahmen
Über die verschiedenen fotografischen Möglichkeiten habe ich eine Übersicht über die Fototechnik zur Makrofotografie erstellt.
Dort sind verschiedene Aufnahmegeräte und Zubehör aufgelistet und werden in den einzelnen Rubriken näher betrachtet. Es werde die Vor- und Nachteilen beschrieben.
Welche Kameras eignen sich für Makrofotografie? Informationen über den günstigen Einstieg mit Nahlinsen, Achromate oder einem Umkehrring in die Makrofotografie. Oder etwas teurer mit Zwischenringen und Telekonvertern. Und für extreme Makrofotos in maximaler Bildqualität mit einem Balgengerät, Makro-Objektiv oder Lupenobjektiv. Damit alleine ist es meist nicht getan. Auch über hilfreiches Fotozubehör wie Fernauslöser, Aufheller, Diffusor, Stative, Kugelkopf und Dreiwegeneiger gibt es hier Informationen.
Tipps und Tricks für Makrofotografen
Was wäre eine Informations-Seite ohne Tipps und Tricks? Dort zeige ich wie ich Libellen fotografiere. Wie man einen Hintergrund im Nahbereich ohne störende Elemente realisiert bekommt. Noch weitere Tipps werden in naher Zukunft folgen.
Fotogalerien über Makrofotos
In den Fotogalerien zeige ich einige meiner besten Fotos. Die thematischen Schwerpunkte sind derzeit Libellen, Spinnen, Fliegen, Insekten, Food und Blumen.
Bei einige Fotos beschreibe ich auch die Entstehung. Damit kann man die eigenen Möglichkeiten sicherlich besser einschätzen. Natürlich sollen diese Hinweise auch dazu dienen, dass man selber schneller ein gutes Makrofoto realisiert. Sozusagen als kleine Anleitung oder Denkanstoss.
Bücher über Makrofotografie
Als Bücherwurm habe ich mir 2015 alle Fachbücher über die Makrofotografie besorgt. Diese wurden systematisch analysiert. Jedes Fachbuch hat Vor- und Nachteile. Manche Bücher decken den Großteil der Thematik ab. Keines behandelt alle Themen. Weitere Infos über Fachliteratur findet ihr unter Bücher Makrofotografie.
Weiterführende Links
Ich kann auf diesen Seiten nicht jedes Thema der Makrofotografie bis in das tiefste Detail behandeln. Dazu fehlt mir einfach die Zeit. Dafür findet ihr weiterführende Links zur Makrofotografie. Weitere Links sind über meine anderen Homepages über die Fotografie und andere Hobbys aufgelistet.
10 häufige Fragen und Antworten über die Makrofotografie
Was ist Makrofotografie?
Makrofotografie ist die Fotografie von kleinen Motiven aus sehr kurzer Distanz. Dabei wird das Motiv besonders groß abgebildet. Von echter Makrofotografie spricht man wenn das Motiv mindestens in Originalgröße auf dem Sensor landet. Typische Motive sind Insekten Blüten Wassertropfen und feine Strukturen die das bloße Auge kaum wahrnimmt.
Was bedeutet der Abbildungsmaßstab?
Der Abbildungsmaßstab beschreibt das Verhältnis zwischen der wahren Größe des Motivs und seiner Größe auf dem Sensor. Ein Maßstab von 1 zu 1 bedeutet dass ein ein Zentimeter großes Insekt auch einen Zentimeter groß auf dem Sensor abgebildet wird. Echte Makroobjektive erreichen mindestens diesen Maßstab. Manche Spezialobjektive schaffen sogar das Zwei oder Fünffache.
Welches Objektiv brauche ich für Makrofotografie?
Am besten eignet sich ein echtes Makroobjektiv mit einem Abbildungsmaßstab von 1 zu 1. Häufige Brennweiten sind 90, 100 oder 105 Millimeter. Diese Brennweite gibt dir genug Abstand zum Motiv sodass du scheue Insekten nicht verscheuchst. Als günstiger Einstieg eignen sich auch Zwischenringe oder Nahlinsen für vorhandene Objektive.
Warum ist die Schärfentiefe in der Makrofotografie so gering?
Je näher du an ein Motiv herangehst desto kleiner wird der scharfe Bereich im Bild. Bei starker Vergrößerung schrumpft die Schärfentiefe auf wenige Millimeter. Deshalb ist oft nur ein kleiner Teil des Motivs scharf. Um mehr Schärfe zu bekommen schließt du die Blende weiter oder arbeitest mit der Technik des Focus Stacking.
Was ist Focus Stacking?
Beim Focus Stacking machst du mehrere Aufnahmen desselben Motivs mit leicht verschobenem Fokuspunkt. Jede Aufnahme zeigt einen anderen scharfen Bereich. Anschließend fügst du die Bilder am Computer zu einem einzigen Foto zusammen. Das Ergebnis ist ein Motiv das von vorne bis hinten durchgehend scharf ist. Diese Technik eignet sich vor allem für unbewegte Motive.
Brauche ich ein Stativ für Makroaufnahmen?
Ein Stativ ist in der Makrofotografie sehr hilfreich. Schon kleinste Bewegungen führen bei starker Vergrößerung zu unscharfen Bildern. Mit einem Stativ kannst du den Bildausschnitt genau festlegen und in Ruhe scharf stellen. Für unbewegte Motive wie Blüten oder Objekte ist es fast unverzichtbar. Bei flüchtigen Insekten fotografierst du dagegen oft aus der Hand.
Wie beleuchte ich Makromotive richtig?
Da du sehr nah am Motiv bist verdeckst du oft selbst das Licht. Deshalb ist zusätzliches Licht wichtig. Gut geeignet sind ein Ringblitz oder ein Makroblitz die das Motiv gleichmäßig ausleuchten. Auch ein einfacher Diffusor der das Blitzlicht weicher macht bringt schöne Ergebnisse. Bei Tageslicht hilft ein kleiner Reflektor der Schatten aufhellt.
Wann ist die beste Zeit für Insektenmakros?
Die besten Zeiten sind der frühe Morgen und der späte Abend. Dann sind viele Insekten noch träge und kühl und halten still. Außerdem liegt oft Tau auf den Motiven der für zauberhafte Wassertropfen sorgt. Das weiche Licht dieser Tageszeiten ist zudem ideal. In der Mittagshitze sind die Tiere dagegen schnell und schwer zu fotografieren.
Wie stelle ich in der Makrofotografie richtig scharf?
Der Autofokus tut sich bei starker Vergrößerung oft schwer. Deshalb lohnt sich das manuelle Scharfstellen. Eine bewährte Methode ist den Fokus fest einzustellen und dann die ganze Kamera leicht vor und zurück zu bewegen bis der wichtige Bereich scharf ist. Nutze außerdem die Lupenfunktion im Sucher oder auf dem Display um die Schärfe genau zu prüfen.
Welche Kameraeinstellungen eignen sich für den Einstieg?
Für den Anfang bietet sich die Zeitautomatik oder der manuelle Modus an. Wähle eine mittlere bis kleine Blende für mehr Schärfentiefe. Halte die Lichtempfindlichkeit so niedrig wie möglich um Bildrauschen zu vermeiden. Achte auf eine ausreichend kurze Belichtungszeit damit nichts verwackelt. Fotografiere im Rohdatenformat damit du die Bilder später in Ruhe bearbeiten kannst.
Aber nun wünsche allen Besuchern viel Spaß beim Besuch und Lesen dieser Seiten!
Euer
Bernd